Fragen und Antworten

FAQ – Stromversorgung im Einsatz

Klick für großes Bild

Klick für großes BildDer Schutzbereich vom 5,0 m um Stromaggregate ergibt sich in erster Linie aus den einschlägigen Forderungen des Brandschutzes (vgl. u.a. VDS 2000, DGUV Information 205-001, ASR A2.2, …) in Verbindung mit der DIN VDE 0105-100.

Zweiter Grund ist die Forderung nach Kennzeichnung von Lärmbereichen (§ 7 Abs. 4 LärmVibrationsArbSchV).
Der 5 m-Bereich kennzeichnet in aller Regel die Grenze, bei der aufgrund des Abstandes der vom Aggregat ausgehende Lärmpegel auf den zulässigen Wert von 80 db(A) gesunken ist.

Der Abstand zwischen zwei Aggregaten innerhalb dieser Absicherung sollte ca. 1,0 bis 1,2 m betragen.

Im kurzzeitigen Rettungseinsatz (< 30 – 45 min) kann ggf. auf die Einrichtung / Absperrung dieses Bereiches verzichtet werden.
Allerdings sind dann zwingend folgende Punkte zu beachten:

  • Stellplatzeignung prüfen, ausreichende Entfernung von anderen Arbeitsplätzen,
  • Auslegen einer öldichten Unterlage / Auffangwanne am vorgesehenen Standplatz, Sicherung des Aggregates gegen „Wandern“,
  • Schutzbekleidung und Gegenstände zum vorbeugenden Brandschutz bereitstellen / bzw. am Mann/Frau: Schutzhandschuhe, Gehörschutz, Feuerlöscher, Handlampe.

Es muss sobald als möglich die ordnungsgemäße Sicherung des Standplatzes erfolgen.


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Elektro_1202_Aggregatestellplatz.pdf (199 Downloads)

Die Forderung nach einer öldichten Unterlage bzw. Auffangwanne beim Betrieb von Stromaggregaten ergibt sich zwangsläufig aus den Anforderungen beim Betrieb dieser (und auch anderer) Motorgeräte und Öl-Heizgeräte.

Zwar sind mobile Geräte von den Bestimmungen der AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) ausgenommen, dies betrifft allerdings NICHT eventuelle Betankungsvorgänge, die aber beim Betrieb der Geräte mehr oder weniger häufig vorkommen.

Für diesen Betankungsvorgang hat der Betreiber eine Gefährdungsbeurteilung (vgl. §§ 2 ff DGUV Vorschrift 1 und §§ 3 ff Arbeitsschutzgesetz) sowie bei benzinbetriebenen Geräten zusätzlich eine Explosionschutzbeurteilung (§§ 5, 6 ArbSchG) zu erstellen, in der die Forderungen u.a. der Gefahrstoffverordnung sowie auch u.a. der TRGS 400, 500 und 509 zwingend berücksichtigt werden müssen. Ebenfalls zu beachten sind eventuelle wasserrechtliche Bestimmungen der örtlichen Kommune.
Gleiches gilt auch für den Kanisterbetrieb entsprechend ausgerüsteter Motorgeräte oder Öl-Heizgeräte.

Praxishinweise:

Als Unterlegplane eignet sich PVC-(LKW-)Plane mit einem Flächengewicht von mindestens 400 g/ m², bewährt hat sich für die üblicherweise in den Hilfsorganisationen genutzten Geräte eine Größe von ca. 1,5 m x 1 m mit Randösen. Zum Schutz der Plane können Streifen einer Gummimatte unter die Füße / den Rahmen der Geräte gelegt werden.

Zusätzlich sollte zum Auffangen von Tropfmengen ein Chemikalienbinder in Tuchform bereitgehalten werden (Aufbewahrung in nicht brennbarem Behälter mit verschlossenem Deckel), eine Entsorgung gebrauchter Tücher erfolgt über den Abfallschlüssel 150202.

Beim Kanisterbetrieb sollte der Kanister gegen Umfallen geschützt werden, eine Auffangwanne ist erforderlich; speziell auch, weil der Kanisteranschluss mit dem Schlauch beim Herausziehen doch sehr zum Verlust von Kraftstoff neigt.
Hier bieten sich faltbare Auffangwannen an (im Handel ab ca. 90 €), Auffangwannen mit DIBTZulassung sind nicht erforderlich.

Die in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzten 5-Liter-Kanister mit Sicherheitseinfüllstutzen haben sich im Katastrophenschutz aufgrund der geringen Füllmenge nicht bewährt.

Im Fachhandel sind aktuell Sicherheitseinfüllstutzen für Standardkanister (20 Liter) erhältlich. Zu diesem Produkt liegen uns derzeit noch keine Erfahrungen vor.


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Elektro_1807_Aggregate-Auffangwanne.pdf (161 Downloads)

Das Bild zeigt eine aufgerollte Verlängerungsleitung mit druckwassergeschützten SteckverbindungenDie äußeren Betriebsbedingungen für elektrische Betriebsmittel lassen sich bei Einsätzen von Hilfsorganisationen nur sehr eingeschränkt vorherbestimmen.

Die Variationen reichen vom Einsatz in trockenen Innenräumen über den Einsatz in Feuchträumen wie Zelten und Garagen, bis hin zu Einsätzen im Freien bei Starkregen und Schnee. Bei Einsätzen im Freien muss zudem jederzeit mit einer Änderung der Wetterlage gerechnet werden. Die elektrischen Betriebsmittel sind bei diesen Einsätzen teils erheblichen Beanspruchungen ausgesetzt; Einwirkung von Staub und Nässe, Einwirkungen gefährlicher Stoffe und / oder eine hohe mechanische Belastung können nicht sicher ausgeschlossen werden.

Für diese Belastungen fordert die DGUV Information 203-005 „Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach Einsatzbereichen“ den Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln der Kategorie 2 „für rauen Betrieb“. Als Mindestforderung an die Schutzart ist IPX4 vorgegeben.
Auch die aktuelle Ausgabe der DIN/VDE 0620-1 fordert für ortsveränderliche Stromversorgungen zur Verwendung im Freien für Steckverbindungen als Mindestschutz die Schutzart IPX4 – in gestecktem Zustand.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gibt zudem für Feuerwehren und andere BOS-Organisationen die Verwendung von IP68 / IP67 Steckverbindungen nach DIN 49442 / DIN 49443 für die Verwendung bei Einsätzen vor. (siehe Symbol für externen Link DGUV Infoblatt Nr. 02 des Sachgebiets „Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen“ Druckwasserdichte Steckvorrichtungen im Feuerwehrdienst)

Die Schutzart IP68 bzw. IP67 für Steckverbindungen an elektrischen Betriebsmitteln bietet konstruktionsbedingt mehrfache Sicherheit bei einem Einsatz:

  • In gestecktem und verriegeltem Zustand ist eine versehentliche Trennung der Verbindung (durch z.B. Stolpern, Hängenbleiben oder Ziehen an der Leitung) nicht möglich.
  • Die Steckverbindung bietet verriegelt nicht nur sehr guten Schutz bei Spritzwasser sondern auch bei versehentlichem Liegen / Untertauchen in Wasser oder beim Liegen in Schnee.
  • Die Kompatibilität zu Steckverbindungen anderer Organisationen (Feuerwehr, THW) ist gegeben.
  • Durch den Deckel werden nicht belegte Anschlüsse sicher vor dem Eindringen von Nässe und damit vor Korrosion geschützt.

Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Elektro_1409_IP68.pdf (316 Downloads)

 

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