Fragen und Antworten

FAQ – Umgang mit Gefahrstoffen

3 Stück 20-l-Benzinkanister nebeneinanderKraftstoffkanister werden bei Hilfsorganisationen in aller Regel sowohl für die Lagerung von Kraftstoffen als auch für den Transport von Kraftstoffen im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt.

Grundsätzlich gilt:
Kraftstoffkanister, egal ob aus Kunststoff oder Metall, unterliegen Prüffristen, die vom Unternehmer (Vorstand / Präsidium) im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden.
Die Kraftstoffkanister sind dabei in regelmäßigen Abständen, mindestens jährlich, auf Dichtigkeit, Beschädigungen und speziell bei Metallkanistern auf Ablösung bzw. Beschädigung der Innenbeschichtung zu kontrollieren. Flugrost kann ggf. vernachlässigt werden.
Beschädigte oder undichte Kanister dürfen weder für die Lagerung noch für den Transport eingesetzt werden.

Abbildung einer "Kunststoffuhr"Regelungen im Gefahrgutrecht

Das Gefahrgutrecht fordert in ADR 4.1.1.15, das Behälter aus Kunststoff zum Transport von Gefahrgut spätestens 5 Jahre nach Herstellungsdatum auszusondern sind. Das Herstellungsdatum ist an der „Kunststoffuhr“ erkennbar.
Eine weitere Forderung im Gefahrgutrecht ist die Forderung nach einer „Zulassung“ der Transportbehälter. Die ist am Kanister selbst eingeprägt und am UN-Zeichen bzw. den Buchstaben UN oder RID erkennbar.
UN-Kennzeichnung eines PlastikkanistersKanister ohne diese Kennzeichnung dürfen nicht für Transporte eingesetzt werden.

Hinweis:
In Feuerwehrkreisen wird die These vertreten, das die genannten ADR-Reglungen für Feuerwehr und Hilfsorganisationen keine Gültigkeit haben. Diese Regelungen dürfen jedoch nur dann ignoriert werden, wenn ausschließlich, ohne jede Ausnahme, alle Transporte nur im Rahmen der ADR-Freistellungen nach ADR 1.1.3.1 erfolgen.
Da jedoch jede externe oder interne Versorgungsfahrt, z.B. Fahrt zur Tankstelle, Beförderung von Nachschub zu Einsatzstellen, Schulungsfahrten und ähnliches, von diesen Freistellungen konkret ausgeschlossen ist, kann weder bei der Feuerwehr noch bei den Hilfsorganisationen auf die Einhaltung der obigen Bestimmungen verzichtet werden.


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_GefStoff_1511_Kanister-Verwendungsdauer.pdf (175 Downloads)

Im Zusammenhang mit Landes- und Bundesbeschaffungen von Fahrzeugen und Material wurden rote und gelbe Kraftstoffkanister beschafft. Diese sind den jeweils farbgleichen Geräten zugeordnet.
Da jedoch bei Einsätzen auch andersfarbige Kanister und Geräte eingesetzt werden, kam es bereits in mehreren Fällen zu Verwechslungen und Beinaheunfällen.

Zum Schutz von Material und Personal empfehlen wir deshalb dringend,

  1. die Zuordnung Kanisterfarbe ► Gerät aufzuheben,
  2. die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung nach Gefahrstoffrecht und Gefahrgutrecht nachzurüsten,
  3. die Einsatzkräfte im Hinblick auf diese Kennzeichnung im Umgang mit den Kanistern zu unterweisen.
  4. Die Geräte in unmittelbarer Nähe der Tankstutzen mit der Kraftstoffbezeichnung auszurüsten. Alternativ kann auch die Kennzeichnung nach DIN EN 16942 erfolgen.

Kennzeichnung von Kraftstoffkanistern nach Gefahrstoffrecht

Die Kennzeichnung nach Gefahrstoffrecht ist immer dann verbindlich vorgeschrieben, wenn der Kraftstoff im Kanister gelagert wird. Dies ist der Regelfall.
Der Kanister ist mit den nach GHS / CLP vorgeschriebenen Etiketten je nach Kraftstoff zu kennzeichnen. Die herstellerseitige Kennzeichnung der Kanister reicht meist nicht aus!

  • Mindestgröße A7 (74 mm x 105 mm),
  • Seitenlänge der Symbole mindestens 23 mm,
  • Schrifthöhe mindestens 1,8 mm (6 pt – DTP).

Eine Kennzeichnung mit den bisherigen orangen Gefahrstoffsymbolen ist nicht mehr zulässig!

Kennzeichnung der Kraftstoffkanister nach Gefahrgutrecht

Auf die Kennzeichnung nach Gefahrgutrecht kann bei Hilfsorganisationen verzichtet werden, da die Vorgaben für die Nutzung von Freistellungen nicht in jedem Fall zwingend eingehalten werden können.
Vorgeschrieben für Kraftstoffe (Ottokraftstoff, Diesel, Gemische) nach ADR:

  • Gefahrgutlabel: Klasse 3 + Umweltgefahr Kantenlänge mindestens 10 cm x 10 cm Label dürfen nicht überlappen.
  • Schriftgröße UN-Nummer mindestens 6 mm, empfohlen 12 mm
  • Alle ADR-Kennzeichnungen auf einer Seite

Empfohlen:
Zusätzliche Kennzeichnung mit dem Inhaltsstoff im Klartext und / oder die Kennzeichnung nach DIN EN 16942.

Wenn eine ergänzende Farbkennzeichnung der Kanister gewünscht wird, kann dies in Anlehnung an die Farbkennzeichnung der Bundeswehr nach ZDV 42/10 erfolgen.


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_GefStoff_1804_Kanister-Kennzeichnung.pdf (348 Downloads)

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen