Fragen und Antworten

FAQ – Umgang mit Flüssiggasgeräten

Einfache Gasheizgeräte ohne Abgasführung wie Gebläseheizer (Bauheizer), Infrarotstrahler, Katalyth-Heizgeräte, Terassenheizer u.a. dürfen nicht in Räumen / Zelten eingesetzt werden, die zum ständigen Aufenthalt von Personen gedacht sind.

Bei diesen Geräten wird das bei der Verbrennung entstehende Abgas unmittelbar in die Umgebung, somit also auch in den beheizten Raum / das Zelt, abgegeben. Durch diese Abgase werden Personen, die sich im Raum / Zelt aufhalten, durch die im Warmluftstrom enthaltenen Abgase und die Anreicherung der Raumluft mit Verbrennungsgasen gefährdet.

Die DGUV-Vorschrift 79 bzw. 80 fordert, dass Flüssiggasanlagen nur in Räumen aufgestellt und betrieben werden, die so be- und entlüftet sind, dass in der Raumluft kein gesundheitsgefährliches Abgas/Luft-Gemisch und kein Sauerstoffmangel auftreten können.

Alle Hersteller von Bauheizern, Katalyth-Heizern und ähnlichen Geräten geben zudem klare Regeln für die Verwendung dieser Heizgerätetypen vor:

  • Verbot des ständigen Aufenthalts von Personen im beheizten Raum,
  • Mindestraumgröße oft in Verbindung mit der Geräteleistung,
  • Mindestgröße von Lüftungsöffnungen zur Be- und Entlüftung,
  • Sicherheitsabstände zu brennbaren Stoffen / Gegenständen.

Für die vollständige Verbrennung von 1 kg Flüssiggas (Propan) werden ca. 2600 Liter Luft benötigt. Dabei entstehen Kohlendioxid (CO2)und Wasserdampf. Aus 1 kg Flüssiggas (ca. 260 Liter Gasphase) entstehen bei der (idealen) Verbrennung rund 1600 Liter Kohlendioxid sowie rund 2100 Liter Wasserdampf.

Wird der Flamme nicht genügend Frischluft zugeführt, verbrennt das Gas nur unvollständig. Es bildet sich Kohlenmonoxid (CO).
Typische Anzeichen für zu hohe Kohlendioxidwerte in der Raumluft (mehr als 1000 ppm nach EN 13779) sind Unwohlsein, Konzentrationsschwäche, Verarbeitungsschwächen auditiver und visueller Reize, Kopfschmerzen.

Zur Beheizung von Sanitäts- und Aufenthaltszelten dürfen also nur Gas-Heizgeräte (bzw. Öl-Heizgeräte) mit getrennter Abgasführung eingesetzt werden, bei denen die Warmluft über einen Wärmetauscher erzeugt wird und abgasfrei ist.

 


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Gas_1809_Bauheizgeraete.pdf (199 Downloads)

Die wiederkehrende Prüfung von gewerblich genutzten Flüssiggasanlagen, dazu zählen auch Flüssiggasanlagen, die von Hilfsorganisationen genutzt werden, ist im Detail über das technische Regelwerk festgelegt.
Die Prüfungen sind durch Sachkundige (i.d.R. Fachbetriebe) durchzuführen.

  • Ortsfeste Verbrauchsanlagen,
    z. B. stationärer Herd, Gasheizungen, Gasthermen, …
    DGUV Grundsatz 310-005, mindestens alle 4 Jahre
  • Flüssiggasanlagen zu Brennzwecken in Fahrzeugen und Anhängern,
    z.B. Feldkochherd, Imbisswagen, …
    DGUV Grundsatz 310-003, mindestens alle 2 Jahre
  • Flüssiggasanlagen zu Brennzwecken in Wohnanhängern, Wohnmobilen oder ähnlichen Fahrzeugen
    DVGW G607, mindestens alle 2 Jahre
  • Flüssiggasanlagen zu Brennzwecken in Booten
    DVGW G608, mindestens alle 2 Jahre
  • Ortsveränderliche Verbrauchsanlagen,
    z. B. Heizstrahler, Hockerkocher, Gasgrill, …
    DGUV Grundsatz 310-005,  mindestens alle 2 Jahre

Bei ortsveränderlichen einfachen Verbrauchsanlagen darf die 2-jährliche-Prüfung durch eine Prüfung bei jeder Inbetriebnahme ersetzt werden, wenn

  • die Anlage aus genormten und geprüften Einzelteilen zusammengesetzt ist (Druckregler, Schlauchbruchsicherung, Schläuche), die nicht älter als 8 Jahre sind,
  • die Aufstellung, Prüfung und Inbetriebnahme durch eine zuverlässige, unterwiesene Person durchgeführt wird,
  • sich die Prüfung auf ordnungsgemäße Aufstellung der Anlage, die ordnungsgemäße Installation und Beschaffenheit nach Herstellervorgabe und die Dichtigkeit der Anlage bezieht (Merkwort: „A – I – D“),
  • die Prüfung dokumentiert wird.

Zudem ist grundsätzlich nach jedem Flaschenwechsel eine Dichtigkeitsprüfung mit einem schaumbildenden Dichtprüfspray durchzuführen und ebenfalls zu dokumentieren.


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Gas_1809_Pruefungen.pdf (155 Downloads)

 

Weitere Downloads zum Thema:

AiE Arbeitshilfe Inbetriebnahmeprotokoll Gasgeräte: 2012-02-AiE-LPG-Inbetriebnahmeprotokoll-2.pdf (590 Downloads)

Die Entnahmeleistung von Flüssiggasflaschen ist bekanntermaßen begrenzt. Die bei Hilfsorganisationen üblicherweise eingesetzten Kleinflaschen mit 11 kg Füllgewicht liefern bei ununterbrochener Entnahme nur 0,3 kg/h, bei stoßweisem Betrieb (max. 20 min) nur bis zu 1,5 kg/h.

Tabelle Entnahmemleistung von Flüssiggasflaschen 5 kg und 11 kg

Wird diese Entnahmeleistung überschritten oder liegt die Außentemperatur unter den 20°C, kommt es zur Vereisung der Gasflasche. Die Flüssigphase entzieht zum Verdampfen der Umgebung Wärme, der Flaschenmantel kühlt ab, die Luftfeuchtigkeit gefriert.

Mehrflaschenanschlussset mit T-Stück, Hochdruckschlauch und Adapter für DruckreglerUm im Einsatz Einzelgeräte mit hohem Verbrauch, z.B. Hockerkocher, ohne die Gefahr der Flaschenvereisung betreiben zu können, werden seit einigen Jahren so genannte „einfache Mehrflaschenanlagen“ eingesetzt.

Im Gegensatz zu Mehrflaschenanlagen mit Mitteldruckregler (z.B. Feldkochherd) werden bei diesen „einfachen Mehrflaschenanlagen“ bis zu vier Flüssiggasflaschen mit speziellen, zugelassenen Bauteilen auf der Hochdruckseite miteinander verbunden (Anschluss-T-Stück, Hochdruckschlauch, Adapter (Nr. 4) für Kleinflaschen-Druckregler).

Zwei mit einem Mehrflaschen-Anschlussset verbundene 11-kg-FlüssiggasflaschenFür den Betrieb dieser Mehrflaschenanlagen gelten die bekannten Regelungen:

Prüfung vor Inbetriebnahme (Merkwort „A I D):

  • auf ordnungsgemäße Aufstellung nach Herstellervorgabe,
  • auf ordnungsgemäße Installation und Beschaffenheit nach Herstellervorgabe,
  • alle Verschraubungen auf Dichtigkeit.

Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Gas_1710_Mehrflaschenanlagen.pdf (110 Downloads)

 

Weitere Downloads zum Thema:

AiE Arbeitshilfe Inbetriebnahmeprotokoll Gasgeräte: 2012-02-AiE-LPG-Inbetriebnahmeprotokoll-2.pdf (590 Downloads)

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