Fragen und Antworten

FAQ – Rund um Einsatzkleidung, Helme und andere PSA

Die Frage, welcher Helm der richtige ist, lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten.

Grundsätzlich gilt: es ist für die Tätigkeiten in einer Bereitschaft oder Einheit des Katastrophenschutzes oder für den Rettungsdienst eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. In dieser müssen, sofern Gefährdungen nicht vollständig durch technische oder organisatorische Maßnahmen aufgefangen werden können, auch Regelungen zum Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) getroffen werden.

Helme sind dann erforderlich, wenn der Kopf vor herabfallenden Gegenständen, pendelnden Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen schützen geschützt werden muss.
Industrie-Anstoßkappen (nach DIN EN 812) schützen dagegen nur vor dem Anstoßen an feststehende Gegenstände.

Die zu tragende PSA wird vom Unternehmer / Vereinsvorstand festgelegt. Welche PSA von welchem Hersteller in welcher Ausführung getragen wird, sollte unter Einbezug der Helferinnen und Helfer, z.B. nach ausführlichenTrageversuchen, ermittelt werden.

Die Vielfalt der Normen
Je nach Gefährdung können Helme unterschiedlicher Normen eingesetzt werden. Hier einmal die wichtigsten:

  • DIN EN 397 – Industrieschutzhelme
  • DIN EN 14052 – Hochleistungsindustrieschutzhelme
  • DIN EN 12492 – Bergsteigerhelme
  • DIN EN 443 – Feuerwehrhelme zur Brandbekämpfung in Gebäuden und anderen baulichen Anlagen
  • DIN EN 16473 – Feuerwehrhelme – Helme für die technische Rettung
  • DIN EN 16471 – Feuerwehrhelme – Helme für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung

Feuerwehrhelme nach DIN EN 443 sind speziell für die Gefährdungen bei Einsätzen der Feuerwehr in brennenden Gebäuden konzipiert. Sie müssen nicht nur der Einwirkung von Flammen widerstehen, sondern auch Schutz bieten, wenn brennende Gebäudeteile herabstürzen oder zusammenfallen.

Ergänzendes Zubehör, z.B. Visiere, Gehörschutz, Funksprechausrüstung, usw., darf mit diesen Helmen nur eingesetzt werden, wenn dieses Zubehör vom Helm-Hersteller dafür ausdrücklich zugelassen und zusammen mit dem Helm den vorgeschriebenen Prüfungen unterzogen wurde.
Diese Regelung gilt auch für Feuerwehrhelme der DIN EN 16473 und DIN EN 16471.
Die Ausstattung von Helferinnen und Helfern in Hilfsorganisationen mit diesen Helmtypen stellt in fast allen Fällen eine unnötige (und teure) Überprotektion dar.

 

Der ideale Helm im Katastrophenschutz

Nach einer beim Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) durchgeführten Gefährdungsanalyse (2007) reicht für weit mehr als 90% der Tätigkeiten in den Bereitschaften, Schnelleinsatzgruppen und Einheiten des Katastrophenschutzes
ein Industrieschutzhelm nach DIN EN 397 aus.
Bei speziellen Tätigkeiten in z.B. Bergrettungsdienst, Wasserrettungsdienst, in Fahrrad-, Motorrad- oder Reiterstaffeln oder
aufgrund normativer Anforderungen (z.B. im Rettungsdienst) können Helme anderer Normen und Spezifikationen erforderlich werden.
Helme nach DIN EN 397 sollten die Zusatzoption „Verwendung bei Kälte – 30°C“ und ggf. „Schutz vor Niederspannung 440 VAC“ erfüllen. Auch können die Zusatzoptionen „LD – erhöhter seitlicher Schutz“ und „MM – Schutz vor Spritzern aus Schmelzmetall“ je nach Tätigkeitsbereich sinnvoll sein. Zudem sollte der Helm über die Möglichkeit verfügen, einen 4-Punkt-Kinnriemen zu befestigen, der den Helm auch in kritischen Situationen sicher auf dem Kopf hält.

Gute Erfahrungen gibt es in Bereitschaften und Einheiten mit Industriekletterhelmen, also Helme, die sowohl die Norm DIN EN 397 (Industrieschutzhelme) als auch die Norm DIN EN 12492 (Bergsteigerhelm) erfüllen. Diese Helme haben über Stunden einen angenehmen Tragekomfort und zudem in fast allen Fällen den Vorteil, das ergänzende PSA, z.B. Gesichtsschutz, Augenschutz, Gehörschutz, herstellerunabhängig verwendet werden kann.
Bekannte Hersteller (bis ca. 80 €) sind Petzl, Camp, Venitex, Kask, Voss, Skylotec, SingingRock, JSP

So genannte „Anstoßkappen“ nach DIN EN 812 dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn ausschließlich
die Gefahr des Anstoßens an feste Gegenstände besteht, Anstoßkappen sind kein Ersatz für Helme!

Der ideale Helm im Rettungsdienst

Die DGUV Regel 105-003 gibt als Mindestanforderung Helme nach DIN EN 443 (Feuerwehrhelme zur Brandbekämpfung in Gebäuden) vor, alternativ auch Helme nach DIN EN 16473 (Feuerwehrhelme für die technische Rettung).
Der Unternehmer / Vereinsvorstand muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festlegen, ob diese Helme eingesetzt werden oder ob Helme anderer Normen einen ausreichenden Schutz bieten.

 


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Helme_1810_Auswahl.pdf (185 Downloads)

Arbeitshilfe AiE-Merkblatt-Trageversuchsprotokoll-Schutzhelme.pdf (128 Downloads)

 

Die Verwendungsdauer bzw. Lebensdauer von Helmen ist generell von zwei Faktoren abhän­gig:

  1. vom eingesetzten Material:
    Duroplastische Materialien gelten als sehr widerstandsfähig. Gegenüber thermo­plastischen Materialien sind sie hinsichtlich vieler Beanspruchungen deutlich leis­tungsfähiger und darüber hinaus alterungsbeständiger.
  2. von der Beanspruchung des Materials:
    Helme werden im Einsatz unterschiedlichen mechanischen, thermischen, witte­rungsbedingten, chemischen Belastungen und Einflüssen ausgesetzt, die einen un­mittelbaren Einfluss auf die Verwendungsdauer haben. Auch Pflege, Wartung und Lagerung beeinflussen die Verwendungsdauer der Helme.

Die DGUV Regel 112-193 gibt für Helme aus Thermoplasten eine Verwendungsdauer von 4 Jah­ren und für Helme aus Duroplasten von 8 Jahren an (bei arbeitstäglicher Nutzung).
Die meisten Hersteller von Feuerwehrhelmen nennen für ihre Helme bei Einhaltung der Ge­brauchs- und Pflegehinweise eine Lebensdauer von 10 bis 25 Jahren. Entsprechende Hinwei­se sind in der Herstellerinformation zu finden. Diese Lebensdauerangaben gelten jedoch nur bei sachgerechter Lagerung ohne UV-Einfluss. Jede Belastung im Einsatz reduziert die Le­bensdauer des Helmes.

Helmschalen aus Aluminium nach zurückgezogener DIN 14940 unterliegen keiner Aussonde­rungsfrist; die Verwendungsdauer hängt in erster Linie vom Zustand der Innenausstattung und dem Zustand der Helmschale (Beulen, Risse) ab. Empfohlen wird, die Innenausstattung regelmäßig zu prüfen und bei Bedarf zu tauschen.

Aussonderungskriterien
Nach Einsätzen sind Helme durch den Nutzer einer gründlichen Inspektion und Reinigung der Helmschale, Innenausstattung, Zubehör zu unterziehen. Defekte Teile sind, wenn möglich, auszutauschen, geringfügige oberflächliche Kratzer können ggf. nach Herstellervorgabe selbst instandgesetzt werden.

Helme (auch mit metallischer Schale) sind grundsätzlich auszutauschen,

  • wenn der Helm mechanische, thermische, chemische oder witterungsbedingte Be­schädigungen aufweist
  • die Oberfläche nachhaltig beschädigt ist.
  • der Helm einer starken Stoßeinwirkung (mehr als ein Fall vom Tisch / aus Fahrzeug) ausgesetzt war.

Im Zweifel sollte beim Hersteller nachgefragt werden.

 


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Helme_1502_Lebensdauer.pdf (142 Downloads)

 

Grundsätzlich gilt:
der Helm und das Helmzubehör ist vom Träger vor der Benutzung einer Sichtprüfung zu unterziehen. Werden Beschädigungen festgestellt, darf der Helm bzw. das Zubehör nicht mehr eingesetzt werden.

Ob darüber hinaus ergänzende Prüfungen notwendig oder vorschrieben sind, wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Hier werden dann auch der Prüfumfang, die zeitlichen Abstände der Prüfung und die Qualifikation des Prüfers festgelegt.

Bei den im Katastrophenschutz üblichen Helmen kann in der Regel auf eine ergänzende Prüfung verzichtet werden, sofern bei erkannten Schäden der Helm ausgesondert wird.

 


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Helme_1303_Pruefung.pdf (139 Downloads)

 

Kurz gesagt:
Nur in vom Hersteller genau definierten Ausnahmefällen.

Grundsätzlich gilt:
Helme sind auszutauschen,

  • wenn der Helm mechanische, thermische, chemische oder witterungsbedingte Beschädigungen aufweist
  • die Oberfläche nachhaltig beschädigt ist.
  • der Helm einer starken Stoßeinwirkung (mehr als ein Fall vom Tisch / aus Fahrzeug) ausgesetzt war.

Einige wenige Hersteller lassen eine Reparatur durch den Anwender zu, allerdings nur mit vom Hersteller vorgegebenen Mitteln und grundsätzlich nur bei leichten, oberflächlichen Beschädigungen.
Ebenfalls möglich sind Reparaturen am Inlay / der Bebänderung, das in der Regel vollständig ausgetauscht werden muss. In wenigen Fällen können bestimmte Einzelteile nach Herstellervorgabe getauscht werden.

Im Zweifel sollte beim Hersteller nachgefragt werden.

Kommt es im Einsatz zu einer Beschädigung des Helmes, darf dieser nicht mehr weiter verwendet werden. Der betroffene Mitarbeiter muss aus dem laufenden Einsatz abgezogen werden und darf nur mit gleichwertigem Ersatz seine Tätigkeit weiter ausüben. Steht kein Ersatz zur Verfügung, kann dem Mitarbeiter eine Tätigkeit ohne entsprechende Gefährdungen zugewiesen werden.

 


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Helme_1303_Pruefung.pdf (129 Downloads)

 

Helme sind „Persönliche Schutzausrüstung“ und sollten in aller Regel auch nur einer einzigen Person zugeordnet sein. Nur auf diese Art und Weise kann sichergestellt werden, das ein Helm auch die für den Schutz notwendige, individuelle Passform hat. Denn nicht jeder Helm passt zu jedem Kopf.

Wird ein Helm durch mehrere Personen benutzt (z.B. üblich bei Besucher-Helmen in Betrieben oder Helmen im Rettungsdienst) muss dieser nach Benutzung – u.U. auch wenn darunter eine Einweg-Kopfhaube getragen wurde – mit geeigneten Mitteln nach Herstellervorgabe gereinigt und desinfiziert werden.

Diese Vorgehensweise hat zudem unmittelbar Auswirkungen auf die Lebensdauer des Helmes.

 


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Helme_1303_Pruefung.pdf (129 Downloads)

Atemschutzmaske 3M Aura 9332+ FFP2Zur persönlichen Sicherheit bei vielen Tätigkeiten in den Katastrophenschutzeinheiten werden so genannte „partikelfiltrierende Halbmasken“ (FFP-Masken) eingesetzt. Doch wo, wann und wie lange muss Atemschutz getragen werden? Welche Voraussetzungen und Vorschriften gelten?

Dieses Dokument fasst die wichtigsten Punkte rund um FFP-Atemschutzmasken zusammen.
Allerdings kann diese Zusammenfassung eine qualifizierte Gefährdungsbeurteilung durch den Unternehmer (Vereinsvorstand) und die gezielte Schulung der Atemschutzträger nicht ersetzen.
Rechtsgrundlage ist die DGUV Regel 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“.

 

Wann muss FFP-Atemschutz getragen werden?

FFP-Atemschutzmasken schützen den Träger vor Schadstoffen in Partikelform. Dazu zählen Stäube gleich welcher Art, Aerosole, Ruß, Rauch und bestimmte biologische Arbeitsstoffe wie Viren, Bakterien oder Schimmel- und Pilzsporen. Die Masken haben Einsatzgrenzen und schützen NICHT vor schädlichen Gasen wie z.B. Lösemittel, Kohlendioxid oder Kohlenmonoxid.
FFP-Masken gibt es in drei verschiedenen Schutzstufen:
(V.d.G. = Vielfaches des Grenzwertes)

  • FFP 1 – V.d.G. 4
    Nicht gegen CMR-Stoffe und radioaktive Stoffe sowie luftgetragene biologische Arbeitsstoffe mit der Einstufung in Risikogruppe 2 und 3 und Enzyme.
  • FFP 2 – V.d.G. 10
    Gegen CMR-Stoffe und radioaktive Stoffe sowie luftgetragene biologische Arbeitsstoffe mit der Einstufung in Risikogruppe 2. Gegen luftgetragene biologische Arbeitsstoffe mit der Einstufung in Risikogruppe 3 und Enzyme nur nach Gefährdungsbeurteilung.
  • FFP 3 – V.d.G. 30
    keine Einschränkungen

OP-Maske - Mund-Nase-SchutzWie sind OP-Masken (Mund-Nase-Schutz – MNS) einzustufen?

Mund-Nase-Schutz, auch OP-Masken genannt, sind in aller Regel KEIN Atemschutz, da ein MNS keinen effektiven Dichtsitz bietet. MNS kann somit den Träger nicht vor Schadstoffen schützen, er verhindert nur salopp gesagt „das der MNS-Träger auf den Patienten spuckt“.

 

Was ist der Unterschied zwischen gefalteten FFP-Masken und formstabilen FFP-Masken?

Unterschiede hinsichtlich der Schutzwirkung in den Schutzstufen gibt es nicht. Welcher Maskentyp gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielt unter anderem die Passform eine wesentliche Rolle. Nicht jede Maske passt zu jeder beliebigen Gesichtsform.

Wichtig bei allen FFP-Masken: Es sollten grundsätzlich Masken mit Ausatemventil eingesetzt werden. Das Ausatemventil bedeutet eine erhebliche Erleichterung für den Träger, da die Atemfeuchtigkeit und die Wärme schneller nach außen abgeführt werden.

 

Welche grundsätzlichen Regeln gelten für den Einsatz von FFP-Masken?

Regel 1:
Die Einsatzgrenzen und Einsatzeinschränkungen sind bei der Auswahl der Maske zu berücksichtigen. Auch spielt die individuelle Passform eine wesentliche Rolle.

Bartträger, unrasierte Personen, und Personen mit langen Koteletten sind als Atemschutzmaskenträger nicht geeignet. Dies gilt auch für Personen, bei denen aufgrund der Gesichtsform oder tiefer Narben im Bereich der Dichtlinie kein Dichtsitz erreicht werden kann.

Für verschiedene Tätigkeiten (z.B. Infektionsschutz) kann zusätzliche PSA, z.B. Schutzbrillen, Schutzanzüge, notwendig sein. In dem Fall müssen Wechselwirkungen (gegenseitige Beeinflussung) im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung betrachtet werden.

Regel 2:
Bestimmte Atemschutzgeräte machen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung des Trägers nach dem Grundsatz G26 erforderlich. Der Untersuchungsumfang ergibt sich unter anderem auch aus den Arbeitsplatzbedingungen und der Belastung durch zusätzliche Schutzausstattung. Auf diese Untersuchung kann bei FFP-Masken nur dann verzichtet werden, wenn tägliche Gesamt-Tragezeit nicht mehr als 30 Minuten beträgt. Personen ohne Untersuchung sollten nicht als Atemschutzträger eingesetzt werden.

Regel 3:
Die Tragezeiten von Atemschutz sind begrenzt.
Für FFP-Masken mit Ausatemventil gilt: Tragezeit max. 120 Minuten, Erholungszeit mindestens 30 Minuten, maximal 3 Einsätze pro Schicht (8 h), maximal 5 Schichten pro Woche.
Je nach Arbeitsschwere (körperliche Anstrengung) kann die Tragezeit reduziert oder erhöht werden. (Vergleiche Tabelle 33, DGUV Regel 112-190). Erholungszeit bedeutet nicht Ruhezeit, während der Erholungsphase dürfen andere Tätigkeiten ausgeübt werden.

Regel 4:
qualitativer 3M Fit-TestTräger von Atemschutz, dazu zählen auch FFP-Masken, müssen im Umgang mit dem Atemschutz geschult werden. Diese Schulung darf nur durch einen „Sachkundigen“ erfolgen, der bei einem Hersteller, einer Feuerwehrschule oder bei einer Zentralstelle der Grubenwehr eine Ausbildung absolviert hat und diese alle 5 Jahre erneuert.
Im Rahmen dieser Schulung sowie mindestens jährlich sollten die Träger von FFP-Atemschutz oder von Halbmasken mit Filter mindestens einer „qualitativen Dichtsitzprüfung“ (FIT-Testing) mit Hilfe von Geschmacksstoffen unterzogen werden.

Bilder mit freundlicher Genehmigung: 3 M Deutschland GmbH


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_PSA_1710_FFP-Masken-1.pdf (143 Downloads)

 

Weitere Downloads zum Thema:

AiE Merkblatt MNS vs FFP: AiE-Merkblatt-MNS-vs-FFP.pdf (1362 Downloads)

AiE Merkblatt Maske vs Bart: AiE-Merkblatt-Maske-vs-Bart.pdf (1148 Downloads)

 

In den Katastrophenschutzeinheiten der Hilfsorganisationen ist im Einsatz eine Vielzahl von technischen Aufgaben zu erledigen.
Dabei spielt ein ausreichender Handschutz häufig eine wesentliche Rolle.

Handschuhe für den Schutz vor mechanischen Gefahren werden als PSA (Persönliche Schutzausrüstung) in drei Schutzstufen (Kategorien) eingestuft:

Kategorie I:
Dies sind Handschuhe, bei denen der Konstrukteur davon ausgeht, dass der Benutzer selbst die Wirksamkeit gegenüber geringfügigen Risiken beurteilen kann und deren allmählich eintretende Wirkung vom Benutzer rechtzeitig und ohne Gefahr wahrgenommen werden kann. Dazu zählen z.B. Handschuhe für Gartenarbeiten oder auch Haushaltshandschuhe für den
Umgang mit haushaltsüblichen Reinigungsmitteln.

Kategorie III:
Handschuhe, die gegen tödliche Gefahren oder schwere oder irreversible Gesundheitsschädigungen
schützen und bei denen der Konstrukteur davon ausgeht, dass der Benutzer die unmittelbare Wirkung nicht rechtzeitig erkennen kann. Dazu zählen z.B. Hitzeschutzhandschuhe (> 100°C), Kälteschutzhandschuhe (< 50°C) oder isolierende Schutzhandschuhe für die Arbeit unter Spannung.

Alle anderen Schutzhandschuhe sind der Kategorie II zugeordnet.

Leistungsstufen nach DIN EN 388

Schutzhandschuhe der Kategorie II werden in vier bis sechs Leistungsstufen geprüft:

  1. Abriebfestigkeit (A) – Leistungsstufe 1 – 4
    Der Wert basiert auf der Anzahl der erforderli­chen Testzyklen für den Abrieb des Testhand­schuhs.
  2. Schnittfestigkeit (S) – herkömmliches Verfahren, Leistungsstufe 1 – 5
    Dieser Wert basiert auf der Anzahl der erforder­lichen Testzyklen für das Zerschneiden des Testhandschuhs mit konstanter Geschwindig­keit.
  3. (Weiter-)Reißfestigkeit (R) – Leistungsstufe 1 – 4
    Dieser Wert basiert auf der erforderlichen Zug­kraft für das Zerreißen des Testhandschuhs.
  4. Durchstichfestigkeit (D) – Leistungsstufe 1 – 4
    Der Wert basiert auf der erforderlichen Stoß­kraft für das Durchstechen des Testhand­schuhs mit einer Nagelspitze (dieser Wert gilt nicht für Kanülen, Glas- oder Metallsplitter!)
  5. Schnittfestigkeit EN ISO 13997 (S*) – Leistungsstufe A – F
    Schnittfestigkeit in Newton (N): A = 2, B = 5, C = 10, D = 15, E = 22, F = 30
  6. Schutz vor Stoß EN 13594 (P) – Klasse 1 erfüllt

Kennzeichnung der Schutzhandschuhe

Handschuhauswahl

Für die obligatorischen Tätigkeiten, z.B. Zeltbau oder handwerkliche Tätigkeiten in den KatS-Einheiten der Hilfsorganisationen, können Schutzhandschuhe der Schutzstufen „2 1 2 1“ (Mindestwerte!) ausreichend sein.
Für reine technische Aufgaben mit möglichem Kontakt zu heißen Oberflächen können auch so genannte „Schweißerschutzhandschuhe“ mit langer Stulpe (nach DIN EN 407 + DIN EN 388 bzw. DIN EN 12477) sinnvoll sein.

Für feuerwehrähnliche Tätigkeiten in der technischen Rettung sollten Schutzhandschuhe der Empfehlung der Feuerwehr-Unfallkassen (Schutzstufen „3 2 3 3“) entsprechen. Feuerwehr-Schutzhandschuhe für die Brandbekämpfung nach DIN EN 659 sind in aller Regel nicht erforderlich.

Über die Gefährdungsbeurteilung sollte ergänzend ermittelt werden, aus welchem Material die Handschuhe sein sollen:

  • Strickhandschuhe aus Baumwolle bieten oft den geforderten mechanischen Schutz, schützen aber nicht vor Nässe und heißen Oberflächen,
  • Baumwolle mit Nitril-Beschichtung bietet einen gewissen Nässeschutz, allerdings schwitzen die Hände bei längerem Gebrauch und die Nitril-Beschichtung ist ungeeignet bei heißen Oberflächen,
  • Handschuhe aus Leder oder vergleichbarem Material bieten einen gewissen Schutz vor heißen Oberflächen, lassen sich aber nur schlecht von Öl und Fett reinigen,
  • Kunststoffe wie Elastan, Polyamid und ähnliche sind angenehm zu tragen, aber bei heißen Oberflächen nicht einsetzbar und bieten meist nur einen eingeschränkten Nässeschutz.

Der praktische Nutzen der gewählten Schutzhandschuhe sollte in einem Trageversuch über mehrere Einsätze bei unterschiedlichen Bedingungen getestet werden.

Es ist darauf zu achten, das die gewählten Handschuhe in den für die Träger passenden Größen beschafft und als Ersatz
– auch im Einsatz – vorgehalten werden.

Bei speziellen Aufgaben muss der geeignete Schutzhandschuh über eine gesonderte Gefährdungsbeurteilung, ggf. mit Unterstützung durch Handschuhhersteller, ermittelt werden.

 


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_PSA_1904_Handschuhe-EN388.pdf (140 Downloads)

 

Die Frage, welcher Helm der richtige ist, lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten.

Grundsätzlich gilt: es ist für die Tätigkeiten in einer Bereitschaft oder Einheit des Katastrophenschutzes oder für den Rettungsdienst eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. In dieser müssen, sofern Gefährdungen nicht vollständig durch technische oder organisatorische Maßnahmen aufgefangen werden können, auch Regelungen zum Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) getroffen werden.

Helme sind dann erforderlich, wenn der Kopf vor herabfallenden Gegenständen, pendelnden Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen schützen geschützt werden muss.
Industrie-Anstoßkappen (nach DIN EN 812) schützen dagegen nur vor dem Anstoßen an feststehende Gegenstände.

Die zu tragende PSA wird vom Unternehmer / Vereinsvorstand festgelegt. Welche PSA von welchem Hersteller in welcher Ausführung getragen wird, sollte unter Einbezug der Helferinnen und Helfer, z.B. nach ausführlichenTrageversuchen, ermittelt werden.

Die Vielfalt der Normen
Je nach Gefährdung können Helme unterschiedlicher Normen eingesetzt werden. Hier einmal die wichtigsten:

  • DIN EN 397 – Industrieschutzhelme
  • DIN EN 14052 – Hochleistungsindustrieschutzhelme
  • DIN EN 12492 – Bergsteigerhelme
  • DIN EN 443 – Feuerwehrhelme zur Brandbekämpfung in Gebäuden und anderen baulichen Anlagen
  • DIN EN 16473 – Feuerwehrhelme – Helme für die technische Rettung
  • DIN EN 16471 – Feuerwehrhelme – Helme für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung

Feuerwehrhelme nach DIN EN 443 sind speziell für die Gefährdungen bei Einsätzen der Feuerwehr in brennenden Gebäuden konzipiert. Sie müssen nicht nur der Einwirkung von Flammen widerstehen, sondern auch Schutz bieten, wenn brennende Gebäudeteile herabstürzen oder zusammenfallen.

Ergänzendes Zubehör, z.B. Visiere, Gehörschutz, Funksprechausrüstung, usw., darf mit diesen Helmen nur eingesetzt werden, wenn dieses Zubehör vom Helm-Hersteller dafür ausdrücklich zugelassen und zusammen mit dem Helm den vorgeschriebenen Prüfungen unterzogen wurde.
Diese Regelung gilt auch für Feuerwehrhelme der DIN EN 16473 und DIN EN 16471.
Die Ausstattung von Helferinnen und Helfern in Hilfsorganisationen mit diesen Helmtypen stellt in fast allen Fällen eine unnötige (und teure) Überprotektion dar.

 

Der ideale Helm im Katastrophenschutz

Nach einer beim Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) durchgeführten Gefährdungsanalyse (2007) reicht für weit mehr als 90% der Tätigkeiten in den Bereitschaften, Schnelleinsatzgruppen und Einheiten des Katastrophenschutzes
ein Industrieschutzhelm nach DIN EN 397 aus.
Bei speziellen Tätigkeiten in z.B. Bergrettungsdienst, Wasserrettungsdienst, in Fahrrad-, Motorrad- oder Reiterstaffeln oder
aufgrund normativer Anforderungen (z.B. im Rettungsdienst) können Helme anderer Normen und Spezifikationen erforderlich werden.
Helme nach DIN EN 397 sollten die Zusatzoption „Verwendung bei Kälte – 30°C“ und ggf. „Schutz vor Niederspannung 440 VAC“ erfüllen. Auch können die Zusatzoptionen „LD – erhöhter seitlicher Schutz“ und „MM – Schutz vor Spritzern aus Schmelzmetall“ je nach Tätigkeitsbereich sinnvoll sein. Zudem sollte der Helm über die Möglichkeit verfügen, einen 4-Punkt-Kinnriemen zu befestigen, der den Helm auch in kritischen Situationen sicher auf dem Kopf hält.

Gute Erfahrungen gibt es in Bereitschaften und Einheiten mit Industriekletterhelmen, also Helme, die sowohl die Norm DIN EN 397 (Industrieschutzhelme) als auch die Norm DIN EN 12492 (Bergsteigerhelm) erfüllen. Diese Helme haben über Stunden einen angenehmen Tragekomfort und zudem in fast allen Fällen den Vorteil, das ergänzende PSA, z.B. Gesichtsschutz, Augenschutz, Gehörschutz, herstellerunabhängig verwendet werden kann.
Bekannte Hersteller (bis ca. 80 €) sind Petzl, Camp, Venitex, Kask, Voss, Skylotec, SingingRock, JSP

So genannte „Anstoßkappen“ nach DIN EN 812 dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn ausschließlich
die Gefahr des Anstoßens an feste Gegenstände besteht, Anstoßkappen sind kein Ersatz für Helme!

Der ideale Helm im Rettungsdienst

Die DGUV Regel 105-003 gibt als Mindestanforderung Helme nach DIN EN 443 (Feuerwehrhelme zur Brandbekämpfung in Gebäuden) vor, alternativ auch Helme nach DIN EN 16473 (Feuerwehrhelme für die technische Rettung).
Der Unternehmer / Vereinsvorstand muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festlegen, ob diese Helme eingesetzt werden oder ob Helme anderer Normen einen ausreichenden Schutz bieten.

 


Diese Seite als PDF: AiE-FAQ_Helme_1810_Auswahl.pdf (185 Downloads)

 

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