Rund um Einsatzkleidung, Handschuhe und Co.

Welche Hygiene-Regelungen gelten für Einsatzkleidung in den KatS-Einheiten?

 

 

Die Einsatzkleidung für ehrenamtliche Bereitschaften / Einheiten im KatS ist in aller Regel keine „Persönliche Schutzausrüstung“ im Sinne der gesetzlichen Regelungen, sie ist als „Arbeitskleidung“ oder „Imagekleidung“ einzustufen. Eine Ausnahme ist Einsatzkleidung nach EN471 bzw. heute DIN ISO 20471 = Warnschutzkleidung.

In der Praxis weist der Umgang mit Einsatzkleidung eine erhebliche Bandbreite auf.
Oftmals haben Einheiten keine eigene Unterkunft, in denen die Einsatzkleidung geeignet untergebracht werden kann. Ebenso fehlt es in so mancher Unterkunft an geeigneten Räumlichkeiten für die Durchführung von Desinfektions- und Reinigungsarbeiten (Schwarz-Weiss-Trennung).

Teils wird eine externe Reinigung der Einsatzkleidung angeboten, seltener gibt es Poolwäsche mit interner bzw. externer Reinigung, ebenso selten sind Verfahren, bei denen die Einsatzkleidung durch ergänzend getragene Überbekleidung (PE-Einweg-Kittel, „Arztkittel“) vor Verschmutzung und Kontamination geschützt wird.

Konkrete Regelungen zur Unterbringung, zur Reinigung der Einsatzkleidung und zur Verhinderung von Kontami­nationsverschleppung müssen im Rahmen einer individuellen Gefährdungsbeurteilung getroffen werden.
Zu klären sind insbesondere die Fragen nach Art und Umfang der Tätigkeiten, der Eintrittswahrscheinlichkeit / Eintrittshäufigkeit einer Kontamination mit Gefahrstoffen / biologi­schen Arbeitsstoffen nach TRBA 250 sowie Möglichkeiten zur Verhinderung einer Kontaminationsverschleppung in dienstliche und private Bereiche; eine Schwarz-Weiss-Trennung ist nach Möglichkeit anzustreben.

In Bezug auf die Kontamination mit biologischen Arbeitsstoffen werden nach TRBA 250 im Regelfall ersthelferähnliche Tätigkeiten (z.B. Sanitätswachdienst) in die Schutzstufe 1, rettungsdienstähnliche Tätigkeiten (z.B. Sanitätsstation bei Großveranstaltung) in die Schutzstufe 2 eingestuft.

Bei Einsätzen in der öffentlichen Gefahrenabwehr / Katastrophenschutz hängt die Schutzstufe von der Art des Einsatzes und der konkreten Gefährdung ab.

Wir empfehlen, in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arzt und ggf. einem Desinfektor und / oder dem zuständigen Gesundheitsamt im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung mit gesundem Augenmaß Regelungen für den Umgang mit verschmutzter / kontaminierter Einsatzkleidung zu treffen.

Diese Regelungen sollten in Ergänzung zur den Dienstbekleidungsvorschriften in einer Dienstanweisung festgehalten werden. Ebenso sollte ein Hygiene- und Desinfektionsplan für die Bereitschaften / Einheiten erstellt und bekannt gemacht werden.

 

Empfehlungen zur Desinfektion / Reinigung von Einsatzkleidung
der Bereitschaften / Einheiten (Sanitätsdienst / Katastrophenschutz)

 

Es sollte in jedem Fall die Reinigung der Einsatzkleidung in einem Fachbetrieb oder die eigene Reinigung mit geeigneten Waschmaschinen bevorzugt werden.
In begründeten Fällen kann von dieser Regelung abgewichen werden.

 

Normale Verschmutzung
  Waschen in Haushaltswaschmaschine nach Herstellervorgaben
geeignetes Flüssig-Vollwaschmittel (insbesondere für Bekleidung mit Membran) verwenden

Achtung! Nach 3 – 4 Wäschen muss die Imprägnierung in einem Fachbetrieb nach Herstellervorgaben erneuert werden.

 

Verschmutzung / Kontamination mit Gefahrstoffen
  Kontaminationsverschleppung vermeiden! (Einsatzfahrzeuge / Privatfahrzeuge)
Grundsätzlich: Reinigung in einem Fachbetrieb erforderlich!

 

Verschmutzung / Kontamination mit biologischen Arbeitsstoffen
  (Blut, Schleim, Erbrochenes, Körperflüssig­keiten) Kontaminationsverschleppung vermeiden!
Reinigung in Fachbetrieb bevorzugen!
  Als Sofortmaßnahme:
kleinere Flecken mit geeignetem Desinfektionsmittel tränken,
nach Einwirkzeit abreiben
bei großflächiger Kontamination: Einsatzkleidung wechseln.
  In begründeten Fällen durch geschultes Fachpersonal:
Baddesinfektion mit zugelassenem Desinfektionsmittel nach RKI-Liste
anschließend (mind. 60°) Wäsche in (Haushalts-)Waschmaschine mit geeignetem Vollwaschmittel. Ggf. nach dem Reinigungsvorgang Trommel und Türdichtungen einer Scheuer-/Wisch-Desinfektion mit einem geeigneten Desinfektionsmittel (bevorzugt Sauerstoffabspalter) unterziehen und einen Leer-Waschgang durchführen.