Aktuelle Nachrichten

22.04.2018 08:49

Die neue PSA-Verordnung (EU) 2016/425

Für die Anwender von PSA ändern sich einige wenige Punkte. Die Kategorie III (PSA gegen tödliche Gefahren oder irreversible Gesundheitsschäden) wird ergänzt. Dazu gehört

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26.03.2018 15:17

Weichspüler mit Risiko

Weichspüler erhöht die Entflammbarkeit der damit gewaschenen Bekleidung, ...

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06.01.2018 10:20

Was heisst denn das schon wieder?

Das neue Jahr hat angefangen und in vielen Einheiten steht die obligatorische Überprüfung der Führerscheine an. Doch was ...

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22.11.2017 18:31

VGB-Beitrag für Ehrenamtliche steigt

Die Verwaltungsberufsgenossenschaft teilte mit, dass der Beitragssatz für die freiwillig Versicherten im Ehrenamt 2018 auf 3,40 Euro je versicherter Person steigt. Bisher liegt der Beitrag bei 3,20 Euro.

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Arbeitsschutz-Organisation

Welche Einsatz- und Ruhezeiten sind im ehrenamtlichen Katastrophenschutz zu beachten?

 

Die Einsatztätigkeit ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer im Katastrophenschutz fällt nicht unter den An­wendungsbereich des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG), so dass die gesetzlich geforderte Ruhezeit nach einem ehrenamtlichen Einsatz nicht einzuhalten ist.
Auch ergibt sich weder aus dem Arbeitszeitgesetz noch aus dem Arbeitsschutzgesetz eine Verpflichtung des Arbeitgebers, einen Arbeitnehmer nach einem Einsatz erst nach Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit zu beschäftigen, es besteht Seitens der Einsatzkräfte eine grundsätzliche Leistungspflicht gegenüber dem Arbeitgeber.

 

Die verantwortlichen Leitungs- und Führungskräfte in einem Einsatz sind aber im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht und dem Schutz der Einsatzkräfte gehalten, für ausreichende Ruhezeiten nach einem Einsatz Sorge zu tragen. Es kommt also auf die objektive Beurteilung und Entscheidung des Einsatzleiters an, in jedem Einzelfall festzustellen, welche Einsatzkraft in welchem Umfang notwendige Ruhe- und Erholungszeiten benötigt bzw. beanspruchen kann und ob Einsatzkräfte ggf. vorzeitig aus dem Einsatz abzulösen sind.

 

Diagramm Schlafbedarf nach AlterDer Schlafbedarf eines Menschen ist stark altersabhängig. Ein Erwachsener benötigt durchschnittlich 7 bis 8 Stunden Schlaf, um wieder „fit“ zu sein. Diese Zeit kann – abhängig von der individuellen Konstitution und der Schwere des Einsatzes – ggf. reduziert werden.

 

Übermüdung stellt sowohl im Einsatz als auch bei der nachfolgenden Tätigkeit als Arbeitnehmer eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Treten Gereiztheit, Antriebslosigkeit, Augenbrennen und Müdigkeit auf, wird es dringend Zeit für eine Pause.
Eine Wachphase von 17 Stunden ist in Bezug auf die Auswirkungen einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille gleichzusetzen, eine durchwachte Nacht (24 Stunden) mit 0,8 Promille.
(nach Dawson et.al. "Sustained Wakefullness and Alcohol Intoxication“

 

Dies sollte und muss bei der Festlegung von Dienst- und Ruhezeiten berücksichtigt und ggf. individuell mit der betreffenden Einsatzkraft abgestimmt werden, auch unter Berücksichtigung der Art und Schwere der späteren Tätigkeit als Ar­beitnehmer. Ebenfalls sind konkrete gesetzliche Forderungen nach Ruhezeiten, z.B. bei Berufskraftfahrern, zu berücksichtigen.

 

Ob Einsatzkräfte nach Einsätzen am Tage eine Ruhezeit benötigen, kann nur im Einzelfall beurteilt werden. Nach Einsätzen in den Nachtstunden hat der Einsatzleiter zu gewährleisten, dass den Einsatzkräften so viel Zeit zur Erholung gegeben wird, wie zur Wiederherstellung der individuellen Arbeitsfähigkeit erforderlich ist.

 

Unabhängig davon ist der Arbeitgeber, bei dem der ehrenamtlich Tätige beschäftigt ist, nach arbeitsrechtlichen Grundsätzen, insbesondere im Rahmen seiner Fürsorgepflicht gehalten, die Arbeitsfähigkeit seiner Arbeitnehmer nach entsprechenden Einsätzen zu überprüfen und die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, falls der Arbeitnehmer noch nicht wieder die volle Arbeitsfähigkeit erlangt hat. Dies kann unter Umständen bei Verstoß gegen die arbeitsvertragliche Leistungspflicht Lohn- und Gehaltskürzungen und auch Abmahnungen und Kündigungenzur Folge haben.

 

In aller Regel ist es deshalb erforderlich, gemeinsam mit dem Arbeitgeber des ehrenamtlich Tätigen bereits vor einem Einsatz für beide Seiten akzeptable Lösungen zu finden.



 

Für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren und des THW gibt es Rahmenempfehlungen bzw. Vorgaben, die aber aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht auf Mitglieder anderer Hilfsorganisationen übertragbar sind.

Dawson et.al. "Sustained Wakefullness and Alcohol Intoxication“