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Was sind Arbeitsunfälle?

Das Gesetz (SGB VII) sagt dazu:
"Arbeitsunfälle sind Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz ... begründenden Tätigkeit (versicherte Tätigkeit). Unfälle sind zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führen."

 

Was heisst das?

 

Zunächst einmal muss es sich um einen Versicherten handeln, also eine Person, die Kraft Gesetz oder Satzung als gesetzlich Versicherter gilt. Dann muss diese Person zum Zeitpunkt des Unfalls eine versicherte Tätigkeit ausüben. Und, der Unfall muss in einem direkten (unmittelbaren) Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit stehen.

Beispiel: Ein Mitarbeiter einer Hilfsorgansiation fällt während einer Rettungsübung von einem Gerüst und erleidet Knochenbrüche.

 

Ebenfalls versichert sind Unfälle auf versicherten Wegen. Dazu gehören zunächst alle Wege, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit stehen.

Am bekanntesten ist der so genannte "Wegeunfall", also der regelmäßige Weg von und zur Arbeitsstätte.

Beispiel: der Weg zum oder vom Dienstort bei einem angeordneten Sanitätsdienst, der von der Wohnung aus angetreten wird.

 

Dabei sind allerdings einige Voraussetzungen zu beachten:

  1. Es zählt nur der direkte Weg. Ausnahme sind Umwege für die Unterbringung von Kindern oder für Fahrgemeinschaften oder zur Umfahrung von Staus oder Baustellen.
  2. Wird der direkte Weg unterbrochen, um z.B. einkaufen zu gehen, wird der Versicherungsschutz für diesen Zeitraum unterbrochen. Dauert die Unterbrechung mehr als 2 Stunden, erlischt der Versicherungsschutz.
  3. Der Versicherungschutz beginnt mit dem Durchschreiten der Außentür des (Wohn-)Gebäudes bzw. dem Verlassen des eigenen Grundstücks und dem Betreten des öffentlichen Verkehrsraumes.

Abbildung versicherte Wege - auf das Bild klicken für große Ansicht

Mit freundlicher Genehmigung:
Universum-Verlag
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Aber auch betrieblich notwendige Wege, zum Beispiel der Gang zum Lager, sind versichert. Dies wird allerdings nicht als Wegeunfall, sondern als Betriebsunfall gewertet.

 

 

Nicht versichert sind hingegen alle Tätigkeiten, die zwar bei der Arbeit oder dem Dienst anfallen, aber in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke verfolgen.

Beispiel: Pizza essen. Schneidet sich der Helfer dabei in die Finger, ist das kein Arbeitsunfall. Oder auch ein Sturz in der Raucherpause oder beim Toilettengang.

 

Ebenfalls nicht versichert sind Schäden, die keine Ursache in der versicherten Tätigkeit haben, sondern bei der versicherten Tätigkeit entstehen; z.B. Verletzungen durch einen Sturz infolge von Kreislaufproblemen, oder der Bandscheibenvorfall beim Heben. Ebenfalls nicht versichert sind Verletzungsfolgen, die ihre Ursache in so genannten "Vorschäden" durch private Aktivitäten haben.

 

 

Wo ist der Unterschied zwischen Krankenkasse und Unfallkasse?

 

Die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung haben nach SGB V die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mitverantwortlich. An diesem Ziel sind auch die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ausgerichtet.

Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind nach SGB VII unter anderem verpflichtet, nach Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen.

Dies erklärt, warum bei einem Arbeitsunfall umfangreichere Leistungen möglich sind, als bei dem gleichen Unfall, der im privaten Bereich passierte.