Umgang mit Flüssiggasgeräten

Was muss beim Transport von Flüssiggasflaschen beachtet werden?

 

Beim Transport von Flüssiggasflaschen sind die Grundregeln des Gefahrgutrechts nach ADR zu beachten.
Grundsätzlich gilt:

     • Transport nur in belüfteten oder offenen Fahrzeugen
Fahrzeuge mit Spriegel / Plane – Hamburger Verdeck – ohne Belüftungsmöglichkeit sind „bedeckte Fahrzeuge“ und nicht für den Transport von Gasflaschen geeignet,
vgl. ADR 7.5.11, CV 36, RSEB 7-14.1 ff, DVS-Merkblatt 0211, TRGS 725,
     • Transport der Flaschen nur mit geschlossenem Ventil, aufgeschraubter Ventilschutzmutter und Schutzkappe,
vgl. ADR 4.1.6.8,
     • Transport der Flaschen stehend in geeigneten Einrichtungen oder quer oder parallel zur Querachse des Fahrzeugs, in der Nähe der Stirnwand nur quer.
Flaschen müssen so gesichert sein, das sie sich beim Transport nicht verschieben können oder klappern,
vgl. ADR 7.5.11, CV 9, CV 10.

 

Die nachfolgenden Regeln gelten nur, wenn der Transport innerhalb der Freistellungen nach ADR 1.1.3.1 Buchst. b, c, e und der Mengengrenzen nach ADR 1.1.3.6 erfolgt.

Mitzuführen sind (vgl. ADR Kapitel 8, siehe auch ADR 1.1.3.6.2):

     • Allgemeine Fahrzeugausrüstung (Verbandkasten, Warndreieck)
je nach Fahrzeug Warnleuchte, Unterlegkeil.
     • Warnweste für jedes Mitglied der vorgesehenen Fahrzeugbesatzung.
     • Feuerlöscher mindestens 2 kg ABC-Pulver mit gültiger Prüfplakette und unbeschä­digter Sicherung / Plombe.
     • ggf. Handleuchte mit Kunststoffgehäuse.
     • Beförderungspapier (ggf. Verzicht nach Nr. 18 GGAV möglich)
Nachweis über Einhaltung der Mengengrenzen nach ADR 1.1.3.6 empfohlen.
     • Amtlicher Lichtbildausweis

 

Schulung / Unterweisung aller beim Transport Beteiligten:

     • Absender, Beförderer, Verpacker, Verlader, Fahrer, Entlader (vgl. ADR 1.3)

 

Die Anwendung der Regelungen der Sondervorschrift CV 36 (keine Belüftung, Hinweisschild nach ADR-Vorgabe) sind nach RSEB (2015) 7.14-1 bis 7.14-4 nur bei kurzfristigem Einsatz von nicht firmeneigenen bzw. nicht organisationseigenen Fahrzeugen zulässig.

 

Vorschlag zur praxisgerechten Umsetzung der Sicherheits-Anforderungen

 

Zeichnung BetreuungslastkraftwagenBetreuung-LKW mit Planenaufbau
Diese und vergleichbare Fahrzeuge werden bestimmungsgemäß regelmäßig für den Transport von Flüssiggasflaschen eingesetzt (Logistik) und / oder Flüssiggasflaschen gehören zur StAN-Beladung.
tl_files/fM_k0002/dl-files/Fragen und Antworten/Bilder/Plane_Lueftung_k.pngBei diesen Fahrzeugen sollte die nachträgliche Ausrüstung des Planenaufbaus mit Belüftungsöffnungen (je Öffnung ca. 100 cm²) im Frontbereich angestrebt werden.
Bei Katastrophenschutz-Fahrzeugen des Bundes / Landes sind die Regelungen zu Änderungen am Fahrzeug zu beachten.

 


Betreuungs-LKW mit Festaufbau
Bei diesen Fahrzeugen muss für den regelmäßigen Transport (Logistik / StAN) eine geeignete Belüftung nachgerüstet werden (z.B. Belüftungssysteme aus dem Caravan- / Camping-Zubehör). Es ist mindestens je eine Belüftungsöffnung (ca. 100 cm²) im Decken- und Bodenbereich erforderlich.

 


tl_files/fM_k0002/dl-files/Fragen und Antworten/Bilder/MB_Sprinter_BtKombi.pngBetreuungskombi und vergleichbare Fahrzeuge
Flüssiggasflaschen werden bei diesen Fahrzeugen selten transportiert.
Transporte von Flüssigggasflaschen müssen bei diesen Fahrzeugen die absolute Ausnahme sein! Eine Nachrüstung oder Ausrüstung der Fahrzeuge mit einer geeigneten Belüftung oder einem geeigneten „Gasflaschenschrank“ mit Belüftung im Sinne des DVS-Merkblattes 0211 ist weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll.

 

Als mögliche Lösungen (nach Rücksprache mit dem Sachgebiet „Flüssiggas“ der DGUV) kommen deshalb in Betracht:

  1. Transport der Flüssiggasflaschen in einem ergänzend mitzuführenden (belüfteten oder offenen) Anhänger.
  2. Bei Einsätzen:
    Transport im Fahrzeug unter Nutzung der Freistellung nach ADR 1.1.3.1. Buchst. c.
    Um ein Freiwerden des Inhalts zu vermeiden, sollte über eine Dienstanweisung / Betriebsanweisung die folgende Vorgehensweise bei Einsätzen verbindlich vorge­geben werden (Gefährdungsbeurteilung durchführen in Anlehnung an ASI 8.04 „Sichere Verwendung von Flüssiggas auf Märkten, Volksfesten sowie in stationären Betrieben“, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN)
    Vor der Zuladung unmittelbar vor der Abfahrt eine Dichtigkeitsprüfung an der Ventilver­schlussmutter durchführen und geeignet dokumentieren (z.B. Papierfahne am Griff)
    Die Belüftungseinrichtung des Fahrzeugs auf höchste Stufe stellen; keine unzulässige Aufheizung der Gasflasche durch die Fahrzeugheizung!
    Die Flaschen unmittelbar nach Erreichen des Einsatzortes bzw. unmittelbar nach dem Einrücken bei Einsatzende ausladen, ein Abstellen der Fahrzeuge mit der Gasflaschen-Ladung ist unzulässig. Bei Fahrpausen sind die Türen zu öffnen, die Fahrzeuge sind zu bewachen!
    Die Flaschen sind im Fahrzeug mit geeigneten Mitteln zu sichern (kein Klappern, kein Verrutschen)
  3. Bei Versorgungsfahrten (Tausch von Flüssiggasflaschen, Transport von Nachschub zu Ein­satzstellen) müssen geeignete Fahrzeuge / Anhänger eingesetzt werden, da hier die Freistellungen nach ADR 1.1.3.1 Buchst. c, e nicht genutzt werden können!
  4. Das Mitführen eines Nachweises über die Einhaltung der Mengengrenzen wird empfohlen.

Alternativ kann, speziell auch bei größeren Mengen, eine externe Belieferung durch einen Händler sinnvoll sein.