Umgang mit Flüssiggasgeräten

Sind Mehrflaschenanlagen in Hilfsorganisationen erlaubt?

 

Die Entnahmeleistung von Flüssiggasflaschen ist bekanntermaßen begrenzt. Die bei Hilfsorganisationen üblicherweise eingesetzten Kleinflaschen mit 11 kg Füllgewicht liefern bei ununterbrochener Entnahme nur 0,3 kg/h, bei stoßweisem Betrieb (max. 20 min) nur bis zu 1,5 kg/h.

Entnahmeleistung Flüssiggas-Flaschen (bei Raumtemperatur = 20°C) Flaschengröße
  5 kg 11 kg
Ununterbrochene Entnahme (dauerhaft) 0,2 kg/h 0,3 kg/h
Periodisch - 50 % Unterbrechung (1 - 2 Stunden) 0,5 kg/h 0,8 kg/h
Stoßweise Entnahme (max. 20 min – Wartezeit ca. 1 h) 1,0 kg/h 1,5 kg/h

Tabelle 1: Entnahmeleistung bei Raumtemperatur

 

Wird diese Entnahmeleistung überschritten oder liegt die Außentemperatur unter den 20°C, kommt es zur Vereisung der Gasflasche. Die Flüssigphase entzieht zum Verdampfen der Umgebung Wärme, der Flaschenmantel kühlt ab, die Luftfeuchtigkeit gefriert. tl_files/fM_k0002/dl-files/Fragen und Antworten/Bilder/Anschlussset.png

 

Um im Einsatz Einzelgeräte mit hohem Verbrauch, z.B. Hockerkocher, ohne die Gefahr der Flaschenvereisung betreiben zu können, werden seit einigen Jahren so genannte „einfache Mehrflaschenanlagen“ eingesetzt.
Im Gegensatz zu Mehrflaschenanlagen mit Mitteldruckregler (z.B. Feldkochherd) werden bei diesen „einfachen Mehrflaschenanlagen“ bis zu vier Flüssiggasflaschen mit speziellen, zugelassenen Bauteilen auf der Hochdruckseite miteinander verbunden (Anschluss-T-Stück, Hochdruckschlauch, Adapter (Nr. 4) für Kleinflaschen-Druckregler). Bild einer Mehrflaschenanlage

 

Für den Betrieb dieser Mehrflaschenanlagen gelten die bekannten Regelungen:


Prüfung vor Inbetriebnahme (Merkwort „A I D):
• auf ordnungsgemäße Aufstellung nach Herstellervorgabe,
• auf ordnungsgemäße Installation und Beschaffenheit nach Herstellervorgabe,
• alle Verschraubungen auf Dichtigkeit.